Ein Spiel für Riesen: Chocolat

Bald ist ja Ostern. Oder das Frühlingsfest, für alle, die im Mann am Kreuz nur einen Propheten sehen. (Was ich sehr sinnvoll finde, aber das ist ein anderes Thema.)

Jedenfalls. Es ist Ostern, und darum will ich an dieser Stelle unbedingt mal einen der faszinierendsten Märkte aller Zeiten ehren: Chocolate, Choc-au-lait, Schoggi. Was dort passiert, ist ein Wunderwerk des modernen Kapitalismus – mit aller Härte, Spannung und Brillianz.

Lange Wege, teure Lager

Das Schokoladegeschäft ist tough. Der Rohstoff wächst in einigen der prekärsten Staaten der Welt, mitsamt Armut, Unruhen, Ernteausfällen. Die Wege sind lang, die Lager teuer, die Börsen launisch. Wer nicht aufpasst, geht unter. Wer zu klein ist, auch.

Darum suchen Schokoladenkonzerne dauernd nervös nach Übernahmekandidaten – nach gescheiterten Konkurrenten, gierigen Erben, geschwächten lokalen Partnern. Darum kämpfen sie so gnadenlos und mit geschlossenen Reihen.

Das hier ist ein Spiel für Riesen.

Und alles, was wir davon zu sehen bekommen, sind all diese süssen Schnäuzchen und Glöcklein und leeren Äuglein.

P. S. Kauft heute die ZEIT: Dort erzähle ich, wie die Schweizer Lindt vom Confiseur zum Milliardenkonzern wurde. Und wie sie es schafft, trotzdem so geliebt zu werden.

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