An alle Abenteurer: Sagt Nein

Am nächsten Sonntag stimmt die Schweiz über Ecopop ab. Und für einmal habe ich eine glasklare Bitte an alle dort draussen: Sagt Nein.

Falls Ihr das Gegenteil vorhabt, hört kurz zu, ich habe ein überzeugendes Argument. Nicht, dass Ihr sonst unanständig wärt. Ha! Unanständigkeit gefällt mir. Sondern weil Ihr sonst ganz genau das verhindert, was Ihr eigentlich wollt: Dass wir daran arbeiten, nicht ständig noch mehr Ressourcen zu verschleudern, Landschaft zu zerstören und Menschen auszubrennen.

Im Herzen der Big Money Making Machine

Es ist eine grossartige Zeit für diese Debatte. Rund um den Globus denken gerade sehr viele Leute darüber nach, wie wir unseren Wohlstand halten und in ärmeren Teilen der Welt mehren können, ohne dazu die Natur und unsere Gesundheit auf dem Altar zu opfern. Es gibt viele kluge Ideen – wie wir dezentraler und klüger produzieren können, besser bauen, Mobilität und Energie besser einsetzen, freundlicher zusammenleben. Die Leute tüfteln wie verrückt, und zwar durchaus im Herzen der Big Money Making Machine. Einige wenige Beispiele findet Ihr etwa hier, hier oder hier.

Die Projekte sind da. Es fehlt manchmal am Willen. Nicht in der Schweiz. Wir haben das Zeug dazu, hier Pioniere zu sein.

Wir haben die klugen Denker, das Geld, die Naturliebe und die Kleinräumigkeit, um wirklich gute Ideen zu entwickeln und zu testen – im öffentlichen Verkehr, in der Energieplanung und im Maschinenbau, in der Städteplanung, der Logistik, im Business. Wer zu Ecopop Ja sagt, macht diese Tür zu.

Dann reden wir über Bürokratie, Pässe, Finanzierungsstress bei den Sozialversicherungen und Europa-Gstürm statt über Forschung, Innovation und klügere Gesellschaftsentwürfe, und zwar für sehr lange Zeit.

Darum, an alle Abenteurer: sagt Nein. Bringt Euren Kindern Naturliebe und Empathie bei, und schickt sie an die ETH. Diese Idee hier, die ist wirklich ein Desaster.

Miss Z.

Ach, wie die Zeit vergeht. Bald habe ich wieder Geburtstag. Das Schönste am Älterwerden ist ja, dass einen plötzlich sehr junge Menschen um Rat fragen. Wie wunderbar: Tatsächlich zu leben, um davon zu erzählen.

„Wie wird man eigentlich mutig?“, fragte mich also Miss Z., während sie den Berg hochstapfte.

„Indem man die Angst aushält“, sagte ich. „Man wird mutig, indem man ganz fest die Angst aushält.“

„Das ist aber gut“, sagte Miss Z.. „Ich habe nämlich oft Angst. Das heisst, dass ich mal sehr mutig werde.“

 

 

 

 

Bam!

Liebe Freunde, ich verlasse meinen Schreibtisch bei der „Handelszeitung“. Und setze mich gerade auch nicht wieder fest an einen anderen in irgendeiner Redaktion.

Warum? Weil ich mich sehr nach Wachstum sehne.

Und daran glaube, dass das Leben die Mutigen belohnt. Sei es auch nur mit einem spektakulären Flug aus der Kurve, von dem ich irgendwann meinen Enkeln erzählen werde. Bam!

Lots of Love euch allen. Auf bald.